Mitcomm
Eine markante, energetische Marke auf den grauen Betonstraßen Europas.
Oft ist die erste Idee nicht die beste.
Gerade bei Logos lohnt es sich, viel Zeit in die Ideation zu investieren und unterschiedliche Ansätze zu durchenforschen. Das Mitcomm-Projekt stand vermutlich unter guten Sternen, denn das, was ihr hier seht, war tatsächliche meine erste Idee. Und sie hat direkt gesessen.
Aber auch die beste erste Idee ist nur dann wirklich die beste, wenn man sie mit anderen gleichgesinnten Ideen vergleichen kann.
Aber stopp! Was macht Mitcomm eigentlich?
Zum Kundenstamm gehören vor allem Speditions-, Logistik- und Handwerksbetriebe. Viele davon verfügen über eine ganze Flotte an LKWs, die mit der Ortungslösung von Mitcomm ausgestattet sind. Die dazugehörige Hardware ermöglicht es den Unternehmen, all ihre Fahrzeuge im Blick zu behalten und Einsätze möglichst effizient zu planen und zu koordinieren. Das Ganze nennt sich Telematik. Der Begriff setzt sich aus Telekommunikation und Informatik zusammen und beschreibt die Verbindung beider Bereiche, um Informationen über Entfernungen hinweg zu erfassen und auszutauschen.


Neuer Name, gleicher Service
Im Strategie-Workshop mit dem Kunden wurde schnell klar: Es braucht nicht nur ein neues Logo, sondern auch einen neuen Namen.
Bei vielen Marktbegleitern setzt sich der Name aus Begriffen wie „Flotte“ oder „Telematik“ zusammen. Visuell dominieren LKW- und Pin-Symbole. Das Ergebnis ist eine Branche, in der sich viele Marken konzeptionell und gestalterisch kaum voneinander unterscheiden.
Genau davon wollen wir uns absetzen.
Also fangen wir beim Namen an. Er sollte die Leistungen des Unternehmens auf den Punkt bringen, ohne es auf ein bestimmtes Geschäftsfeld zu beschränken. Mitcomm, zusammengesetzt aus „Mit“ und „Communication“, war geboren. Der frische, deutsch-englische Name ist kurz, griffig und einprägsam. Gleichzeitig schafft er Spielraum für eine mögliche Internationalisierung und zukünftige Geschäftsfelder.
Mit einem Namen wie diesem war für mich schnell klar: Wir brauchen kein zusätzliches Symbol. Der Name selbst ist stark genug, um zur visuellen Marke zu werden. Er ist das Herzstück der Identität und sollte deshalb auch gestalterisch im Mittelpunkt stehen.
Jede Marke sollte von Anfang an so gestaltet werden, dass sie im Alltag unkompliziert funktioniert. Deshalb wollte ich Mitcomm neben dem vollständigen Logo auch eine kompakte Variante mitgeben. Gerade online braucht man schließlich immer wieder eine quadratische Version, beispielsweise für Profilbilder oder andere Anwendungen im Format 256 × 256 Pixel. So bleibt die Marke auch dort wiedererkennbar, wo für das gesamte Logo schlicht kein Platz ist.


Der Plan war also klar
Ein leicht hervorstechendes M als Kurzmarke und eine konzeptionell gestaltete Wortmarke für „Mitcomm“.
Letzteres ist immer ein kleiner Drahtseilakt. Einerseits darf das M nicht zu markant sein, damit es sich harmonisch in den Namen einfügt und nicht wie ein Fremdkörper wirkt. Andererseits darf es auch nicht zu generisch werden, denn schließlich soll es als eigenständiges Logo funktionieren.
Mein gestalterisches Konzept orientiert sich an den Fluchtlinien einer Autobahn, die mir als Leitlinien für die Gestaltung dienten. Statt ein starres Raster zu konstruieren, habe ich jeden Buchstaben individuell an diesem Konzept ausgerichtet. Das Prinzip bleibt dabei bewusst subtil. Dass das M gleich dreimal im Namen vorkommt, kam mir gestalterisch natürlich zugute. Durch die konsequente Ausrichtung der Buchstaben wirkt die gesamte Wortmarke sehr homogen, während sich das M dennoch als eigentlicher Star entpuppt.
Ein schöner Nebeneffekt: Viele erkennen in dem M die Scheinwerfer eines LKWs. Irgendwie fügt sich dann manchmal alles ganz von selbst zusammen.
Orange is the new yellow
Farblich wollten wir zunächst beim etablierten Gelb bleiben. Nach der Namensänderung habe ich meinem Kunden allerdings davon abgeraten. Denn auch wenn unser M gestalterisch völlig anders daherkommt, ist ein gelbes M weltweit bereits stark mit einem gewissen Fast-Food-Konzern verknüpft.
Statt also nur den Namen und das Logo weiterzuentwickeln, wollte ich auch die Farbwelt konsequent erneuern. Herausgekommen ist ein energetisches Orange, das auf den grauen Betonstraßen Europas ordentlich ins Auge fällt.



